Eine Etage höher, auf der Erde, dann der Boden der schrecklichen Tatsachen bei der "Viehhaltung". Am schlimmsten wohl die "Chronologie des Leidens" bei den Tiertransporten: Qualvolles Verladen, Misshandlungen, Schläge, Tritte, Elektroschocks, unerträgliche Enge, drückende Hitze, quälender Durst und Schmerzen und das alles bei Transportzeiten bis zu 70 Stunden und mehr! Grausame Zustände auch bei der Massentierhaltung über die "eigentliche" jeder durch die Medien informiert sein müsste! Oder das Tierelend bei der Pelzgewinnung: Barbarischer Fang, oft Fangeisen, Erstickungsboxen, brutales Erschlagen von Robben, entsetzliche Zustände auf Pelztierfarmen und grausame Tötungen (meist ersticken wegen des unversehrten Pelzes), Felle von in Asien jämmerlich umgebrachten Hunden und Katzen. Und die Geschöpfe in der Luft, die Vögel? Zwar wurde in Deutschland bei der Hühnerhaltung ein Etappensieg erreicht: Im Jahre 2006 ist Schluss mit der Käfighaltung. Aber immer noch vegetieren in Europa 200 Millionen Hühner in Königbatterien dahin. Grausam das Schicksal der Masthähnchen, welche durch Zucht auf schnelles Wachstum krank und zu Tausenden zusammengepfercht sind. "Gans schön elend" (Spiegel) ergeht es unserem Weihnachtsbraten: Gemästetes Federvieh, dessen Beine gebrochen sind, wie die Beine das Gewicht nicht mehr tragen können. Das gleich bei Puten, bei denen die meisten unter haarsträubenden Bedingungen gehalten werden. Übrigens sind auch Gänsefedern keine Unterlage für einen Schlaf mit gutem Gewissen: Das meist mechanische Rupfen ist mit furchtbaren Leiden verbunden. So, also redet der Mensch dieses "Schöpfungsungeheuer" mit seinen Geschwistern, "dem Vieh", den Vögeln und den Fischen" (Lorenz)!! Mein flammender Appell richtet sich daher an all die Tierfreunde, welche solches Leiden bequemlichkeitshalber verdrängen: Machen Sie sich nicht mitschuldig, sondern erfüllen Sie zumindest die ethische Mindestanforderung an jeden Verbraucher. Informieren Sie sich umfassend und gründlich, ob die von Ihnen gekauften "Tierprodukte" aus artgerechter Haltung und Tötung stammen. Ich will nicht als Vegetarier predigen, kann mir aber doch ein Zitat von G.B.Shaw nicht verkneifen: "Wie können Sie diese ekelhafte Gewohnheit rechtfertigen, tierische Leichen zu sich zu nehmen"! Bald "drohen" wieder das Weihnachts- und Neujahrsfest und "wo Menschen feiern, sterben Tiere". Wollen Sie nicht das Fest der Liebe zum Anlass nehmen, vegetarisch zu feiern? Es geht, wie das Beispiel meiner Mutter beweist. Lange gehörte für sie zu einem richtigen fest auch ein richtiger Braten. Später antwortete sie Bekannten, welche von ihren Festessen schwärmten, in heiterer Seelenruhe: Bei uns gibt es Käsespätzle und Ackersalat. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen guten Appetit und gesegnete Festtage

Doris Wagner

Nach dem Aufenthalt in den Schreckensammern menschlicher Grausamkeit und skrupelloser Tierausbeutung will ich Sie, liebe Leser, auf die Sonnenseite unserer buckligen Welt entführen und Ihr Gemüt erheitern. Zuerst mit zwei "Rettungsberichten" und dann mit den reizenden, originellen Erzählungen von Tierfreunden, welche einem unserer Schützlinge Herz und Heimat schenkten.